Das Meeting
Eine halbe Stunde vor Beginn des Meetings klingelt das Telefon bei Manager B. Der Abteilungsleiter der Abteilung Z, Herr D., möchte schnell noch ein vorbereitendes Gespräch führen. Nach 10 Minuten ist man sich einig. Dass Thema der Abteilung V, welche eingeladen hat, ist aus ihrer Sicht derzeit nicht relevant. Außerdem torpedierte der Abteilungsleiter der Abteilung V vor einigen Monaten das Vorhaben von Herrn D. und Manager B. dem Unternehmen eine neue Ausrichtung zu geben, weil er nicht nachvollziehen konnte, dass der Verkauf von bunten Plastikkarten an Rentner, die einen Rabatt von 20 Prozent auf Kuchen der Bäckerei-Kette „Sahneschnitte“ und auf alle Getränke beim Tanztee garantierte, eine Marktlücke darstellen sollte.
Die Abteilung V möchte die internen Vertriebsprozesse mit dem Ziel reorganisieren, zukünftig flexibler auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Das Meeting findet in einem der gut ausgestatteten Räume der Abteilung V statt. Auf Anregung der Key Account Manager sind dort jetzt Designermöbel vorhanden, die die Atmosphäre bei den Verkaufsgesprächen verbessern sollen.
Herr W. vom Vertriebscontrolling begibt sich fünf Minuten vor Beginn des Meetings in den Besprechungsraum. Er hat heute noch nicht gefrühstückt und will sich einen der Keksteller sichern. Sein Vorhaben misslingt, da er gleichzeitig mit Frau Z. und Frau M. eintrifft. So schiebt er sich nur schnell drei Kekse in den Mund, bevor die restlichen Teilnehmer eintreffen.
Alle, bis auf Frau Z., stellen ihre Laptops auf den Tisch. Frau Z. wurde versehentlich beim Verteilen dieser vergessen. Seit drei Monten versucht sie nun vergeblich die IT-Abteilung zum Kauf eines weiteren Laptops zu bewegen.
Der Abteilungsleiter der V-Abteilung eröffnet mit einleitenden Worten das Meeting. Schnell wirft er noch zwei erklärenden Charts an die Wand. Anschließend meldet sich Manager D. „Bevor wir zum heutigen Thema kommen, möchte ich nochmals betonen, dass ihre Abteilung vor einigen Monaten unseren innovativen Vorschlag hinsichtlich der bunten Plastikkarten verhinderte...“ Jetzt beginnt die ganze Hass-Tirade, denkt sich Frau M. Mehrmals versucht Herr W. Manager B. mit dem Hinweis zu unterbrechen, dass dies heute nicht das Thema sei. Nach drei Minuten gelingt es dem Abteilungsleiter der V-Abteilung ihn zu stoppen. Kurze Zeit später erhält Herr D. unbeabsichtigt von Frau M. sein Stichwort und beschwert sich über die fehlende Kooperationsbereitschaft der Abteilung V. Herr W. schenkt sich bereits die dritten Tasse Kaffee ein. Frau M. spielt mit ihrem Handy bis ein wichtiger Anruf kommt und sie den Raum für kurze Zeit verlässt. Der Abteilungsleiter der V-Abteilung appelliert an alle Teilnehmer eine sachliche und eine zielführende Diskussion zu führen. Frau Z. weißt daraufhin, dass aufgrund der Sparmaßnahmen des Vertriebscontrollings nicht genügend Werbegeschenke vorhanden sind. Herr W. wird rot. „Aber wir haben doch...“ kurze Pause „also Kugelschreiber und Feuerzeuge sind ausreichend vorhanden.“ „Ja, ja, diese Billigteile. Damit können wir niemanden beeindrucken!“ „Aber sie hatten doch alle Möglichkeiten bei der Budgetplanung ihren Bedarf anzumelden“ „Budgetplanung, das ich nicht lache. Sie haben unser Werbemittelbudget, trotz unserer Bedenken, um 25 Prozent gekürzt. Also so können wir nicht arbeiten!“ „Die Einsparungsmaßnahmen kommen von ganz oben und wir müssen sie umsetzen!“ dieser Einwurf von Herrn W. sitzt, trägt aber nicht zu Entspannung der Situation bei. Mit einem angedeuteten Kopfschütteln und süffisantem Lächeln schaut Frau Z. Frau M. an. „Na klar und ich zieh mir die Hosen mit der Kneifzange an“ flüstert sie.
Nach einer Stunde beendet der Abteilungsleiter der V-Abteilung das Meeting. „Wir sind uns alle einig, dass wir zukünftig noch mehr Anstrengungen unternehmen müssen, um flexibler auf die Bedürfnisse unserer Kunden zu reagieren. Der Beschluss von konkreten Maßnahmen war nicht das Ziel der heutigen Veranstaltung. Die offenen Punkte werden wir in weiteren Meetings besprechen. Frau Z. sie schreiben bitte bis morgen das Protokoll und geben es in die Abstimmungsrunde.“
Frau Z. schaut auf ihre Notizen. Da stehen die Worte Werbegeschenke und B. wie immer. Weiterhin befinden sich auf dem Blatt sechs Strichmännchen, ein Baum, vier Reihen von versetzt ausgemalten Karos und eine Einrichtungsskizze ihres neuen Wohnzimmers.
Die Abteilung V möchte die internen Vertriebsprozesse mit dem Ziel reorganisieren, zukünftig flexibler auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Das Meeting findet in einem der gut ausgestatteten Räume der Abteilung V statt. Auf Anregung der Key Account Manager sind dort jetzt Designermöbel vorhanden, die die Atmosphäre bei den Verkaufsgesprächen verbessern sollen.
Herr W. vom Vertriebscontrolling begibt sich fünf Minuten vor Beginn des Meetings in den Besprechungsraum. Er hat heute noch nicht gefrühstückt und will sich einen der Keksteller sichern. Sein Vorhaben misslingt, da er gleichzeitig mit Frau Z. und Frau M. eintrifft. So schiebt er sich nur schnell drei Kekse in den Mund, bevor die restlichen Teilnehmer eintreffen.
Alle, bis auf Frau Z., stellen ihre Laptops auf den Tisch. Frau Z. wurde versehentlich beim Verteilen dieser vergessen. Seit drei Monten versucht sie nun vergeblich die IT-Abteilung zum Kauf eines weiteren Laptops zu bewegen.
Der Abteilungsleiter der V-Abteilung eröffnet mit einleitenden Worten das Meeting. Schnell wirft er noch zwei erklärenden Charts an die Wand. Anschließend meldet sich Manager D. „Bevor wir zum heutigen Thema kommen, möchte ich nochmals betonen, dass ihre Abteilung vor einigen Monaten unseren innovativen Vorschlag hinsichtlich der bunten Plastikkarten verhinderte...“ Jetzt beginnt die ganze Hass-Tirade, denkt sich Frau M. Mehrmals versucht Herr W. Manager B. mit dem Hinweis zu unterbrechen, dass dies heute nicht das Thema sei. Nach drei Minuten gelingt es dem Abteilungsleiter der V-Abteilung ihn zu stoppen. Kurze Zeit später erhält Herr D. unbeabsichtigt von Frau M. sein Stichwort und beschwert sich über die fehlende Kooperationsbereitschaft der Abteilung V. Herr W. schenkt sich bereits die dritten Tasse Kaffee ein. Frau M. spielt mit ihrem Handy bis ein wichtiger Anruf kommt und sie den Raum für kurze Zeit verlässt. Der Abteilungsleiter der V-Abteilung appelliert an alle Teilnehmer eine sachliche und eine zielführende Diskussion zu führen. Frau Z. weißt daraufhin, dass aufgrund der Sparmaßnahmen des Vertriebscontrollings nicht genügend Werbegeschenke vorhanden sind. Herr W. wird rot. „Aber wir haben doch...“ kurze Pause „also Kugelschreiber und Feuerzeuge sind ausreichend vorhanden.“ „Ja, ja, diese Billigteile. Damit können wir niemanden beeindrucken!“ „Aber sie hatten doch alle Möglichkeiten bei der Budgetplanung ihren Bedarf anzumelden“ „Budgetplanung, das ich nicht lache. Sie haben unser Werbemittelbudget, trotz unserer Bedenken, um 25 Prozent gekürzt. Also so können wir nicht arbeiten!“ „Die Einsparungsmaßnahmen kommen von ganz oben und wir müssen sie umsetzen!“ dieser Einwurf von Herrn W. sitzt, trägt aber nicht zu Entspannung der Situation bei. Mit einem angedeuteten Kopfschütteln und süffisantem Lächeln schaut Frau Z. Frau M. an. „Na klar und ich zieh mir die Hosen mit der Kneifzange an“ flüstert sie.
Nach einer Stunde beendet der Abteilungsleiter der V-Abteilung das Meeting. „Wir sind uns alle einig, dass wir zukünftig noch mehr Anstrengungen unternehmen müssen, um flexibler auf die Bedürfnisse unserer Kunden zu reagieren. Der Beschluss von konkreten Maßnahmen war nicht das Ziel der heutigen Veranstaltung. Die offenen Punkte werden wir in weiteren Meetings besprechen. Frau Z. sie schreiben bitte bis morgen das Protokoll und geben es in die Abstimmungsrunde.“
Frau Z. schaut auf ihre Notizen. Da stehen die Worte Werbegeschenke und B. wie immer. Weiterhin befinden sich auf dem Blatt sechs Strichmännchen, ein Baum, vier Reihen von versetzt ausgemalten Karos und eine Einrichtungsskizze ihres neuen Wohnzimmers.
BoeLa - 14. Jul, 23:50
Zu finden unter: Geschichten