Mein Dad
Das, woran ich mich erinnere, als ich ungefähr drei oder vier Jahre alt war, ist: Du warst eine Weile weg und dann wieder da. In der Zeit, in der Du nicht da warst, kamst Du regelmäßig auf Besuch vorbei. Es sind aber nur ganz schemenhafte Erinnerungen, weit, weit weg.
Bessere erinnere ich mich, an das alte, abgegriffene Märchenbuch der Gebrüder Grimm, aus dem Du meiner Schwester und mir oft Sonntagmorgens vorlast. Wir durften dann im Bett neben Dir liegen und lauschten andächtig.
Richtig gut erinnere ich mich an die vielen Gelegenheiten, bei denen meine Schwester und ich, Dich mit unseren Provokationen zur Weißglut trieben. Beim Essen, wenn es uns nicht schmeckte und wir rumalberten bis wir mit unseren Tellern in unsere Zimmer mussten. Oder die Augenblicke, in denen wir in unserem kindlichen Übermut nicht das taten, was Du von uns/mir erwartet hast. Das Chaos in der Wohnung, welches wir hinterlassen konnten, wenn die Schlachten der geschwisterlichen Rivalität geschlagen wurden, und Du abgespannt aus dem Büro oder von einer Dienstreise nach Hause kamst. Oder damals, als ich vergaß meine Schwester aus dem Kindergarten abzuholen, so wie es meine tägliche Aufgabe war, weil ich mit einem Schulkameraden auf dem Spielplatz die Zeit vergessenen hatte. Egal was meine Schwester oder ich auch nur angestellt haben, die härtesten Strafen blieben immer das Sandmännchen-Verbot oder Stubenarrest. (Anmerkung: Hier sind selbstverständlich nur die harmlosen Regelverstöße aufgeführt.)
Du hast immer die Belange Deiner Familie hochgehalten, auch wenn Deine Zeit knapp bemessen war, Du oft unterwegs warst, oder am Esstisch bis spät in die Nacht gearbeitet hast. Eines deiner Prinzipien war, egal was war, zweimal im Jahr wurde gemeinsam in den Familienurlaub gefahren, bis wir, meine Schwester und ich, dem überdrüssig wurden. Und in diesen Urlauben hast Du dir wirklich Zeit für uns genommen.
Wir beide waren, und sind es heute noch, in einigen Dingen nicht der gleichen Meinung, trotzdem warst Du in den schwierigen Momenten meines Lebens da für mich, und hast mich, so gut wie es Dir möglich war, unterstützt. Erst viel später habe ich begriffen, dass Du immer nur wolltest, dass es mir, und natürlich auch dem Rest unserer Familie, gut geht, nur meinem Weg dahin, hast Du nicht immer verstanden.
Es gibt etwas, was ich Dir so nie sagen konnte. Ich liebe Dich dafür, dass ich mit Dir schweigend durch den Wald stampfen kann, ohne dass diese Stille unangenehm ist. Ich liebe Dich dafür, dass Du bei den Dingen, die Du tust, perfekt sein willst, aber ab und an über Kleinigkeiten stolperst. Ich liebe Dich dafür, dass Du meine Eskapaden ertragen hast, ohne mich jemals „aus dem Haus zu schmeißen“. Ich liebe Dich dafür, dass Du mir gezeigt hast, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Ich liebe Dich dafür, dass Du nie den einen Vorsatz gebrochen hast, egal was meine Schwester und ich auch angestellt haben.
Ich weiß, ich bin nicht wie Du und will es auch gar nicht sein, trotzdem habe ich einen tiefen Respekt vor dem, wie Du Dein Leben bis jetzt gelebt hast.
Alles Gute zu Deinem 60. Geburtstag!
Bessere erinnere ich mich, an das alte, abgegriffene Märchenbuch der Gebrüder Grimm, aus dem Du meiner Schwester und mir oft Sonntagmorgens vorlast. Wir durften dann im Bett neben Dir liegen und lauschten andächtig.
Richtig gut erinnere ich mich an die vielen Gelegenheiten, bei denen meine Schwester und ich, Dich mit unseren Provokationen zur Weißglut trieben. Beim Essen, wenn es uns nicht schmeckte und wir rumalberten bis wir mit unseren Tellern in unsere Zimmer mussten. Oder die Augenblicke, in denen wir in unserem kindlichen Übermut nicht das taten, was Du von uns/mir erwartet hast. Das Chaos in der Wohnung, welches wir hinterlassen konnten, wenn die Schlachten der geschwisterlichen Rivalität geschlagen wurden, und Du abgespannt aus dem Büro oder von einer Dienstreise nach Hause kamst. Oder damals, als ich vergaß meine Schwester aus dem Kindergarten abzuholen, so wie es meine tägliche Aufgabe war, weil ich mit einem Schulkameraden auf dem Spielplatz die Zeit vergessenen hatte. Egal was meine Schwester oder ich auch nur angestellt haben, die härtesten Strafen blieben immer das Sandmännchen-Verbot oder Stubenarrest. (Anmerkung: Hier sind selbstverständlich nur die harmlosen Regelverstöße aufgeführt.)
Du hast immer die Belange Deiner Familie hochgehalten, auch wenn Deine Zeit knapp bemessen war, Du oft unterwegs warst, oder am Esstisch bis spät in die Nacht gearbeitet hast. Eines deiner Prinzipien war, egal was war, zweimal im Jahr wurde gemeinsam in den Familienurlaub gefahren, bis wir, meine Schwester und ich, dem überdrüssig wurden. Und in diesen Urlauben hast Du dir wirklich Zeit für uns genommen.
Wir beide waren, und sind es heute noch, in einigen Dingen nicht der gleichen Meinung, trotzdem warst Du in den schwierigen Momenten meines Lebens da für mich, und hast mich, so gut wie es Dir möglich war, unterstützt. Erst viel später habe ich begriffen, dass Du immer nur wolltest, dass es mir, und natürlich auch dem Rest unserer Familie, gut geht, nur meinem Weg dahin, hast Du nicht immer verstanden.
Es gibt etwas, was ich Dir so nie sagen konnte. Ich liebe Dich dafür, dass ich mit Dir schweigend durch den Wald stampfen kann, ohne dass diese Stille unangenehm ist. Ich liebe Dich dafür, dass Du bei den Dingen, die Du tust, perfekt sein willst, aber ab und an über Kleinigkeiten stolperst. Ich liebe Dich dafür, dass Du meine Eskapaden ertragen hast, ohne mich jemals „aus dem Haus zu schmeißen“. Ich liebe Dich dafür, dass Du mir gezeigt hast, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Ich liebe Dich dafür, dass Du nie den einen Vorsatz gebrochen hast, egal was meine Schwester und ich auch angestellt haben.
Ich weiß, ich bin nicht wie Du und will es auch gar nicht sein, trotzdem habe ich einen tiefen Respekt vor dem, wie Du Dein Leben bis jetzt gelebt hast.
Alles Gute zu Deinem 60. Geburtstag!
BoeLa - 13. Apr, 09:37
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Schön gesagt!